Texte & Publikationen Bühne & Performance

NADAL – IN ORATORI

Ein Weihnachtsoratorium für gemischten Chor, Solistin, Sänger und Sprecher

Mitwirkende

Libretto: Roman Weishaupt Komposition: Peter Appenzeller
Chorleitung: Armon Ulber Leitung Blasmusik: Duri Cathomen
Solistin: Silvia Matile-Eggenberger · Sänger: Georg Fluor
Organistin: Anna Maria Schlosser · Sprecher: Roman Weishaupt
Mit: Chor mischadau Schluein & Societad da musica Falera
Uraufführung: Dezember 2008 · Schluein und Falera

Im ersten Teil des Oratoriums folgt auf die wiederkehrende Frage «Wo ist Gott?» keine abstrakte Antwort, sondern ein Wiegenlied. Im schutzbedürftigen Körper des neugeborenen Kindes verdichtet sich die zentrale Bewegung des gesamten Textes: Das Göttliche erscheint nicht in Macht, sondern in Verletzlichkeit.

Dezember · 2008 · Autor und Sprecher

Rumantsch

SOLISTA
Dorma, dorma miu affon.
Tgei sort spetga tei, affon?
Paussa, paussa sin miu pèz,
da miu best sortius cun saung.
Beiba, beiba da miu latg,
sentas era seit e fom.
Braunca, braunca ferm miu det,
drovas era tegn, schurmetg.
Schaias, schaias en miu bratsch,
e gest Ti dueis esser Diu?
Tgei sort spetga tei, affon?
Dorma, dorma miu affon.

Deutsch

SOLISTIN
Schlafe, schlafe mein Kind.
Was erwartet dich, mein Kind?
Ruhe, ruhe auf meiner Brust,
mit Blut hervorgegangen aus meinem Leib.
Trinke, trinke von meiner Milch,
verspürst auch du Hunger und Durst.
Halte, halte dich fest an meinem Finger,
brauchst auch Halt und Schutz.
Liege, liege in meinem Arm,
und ausgerechnet du sollst Gott sein?
Was erwartet dich, mein Kind?
Schlafe, schlafe mein Kind.

Übersetzungen aus dem Sursilvan mit Unterstützung von KI